www.ehealth-in-hessen.de

Stellen Sie sich vor, Ihre Rezepte sind schneller in der Apotheke und Ihre Medikamente sind schneller bei Ihnen. 
Wie Ihnen Telemedizin vor Ort helfen kann? Genau das erfahren Sie im E-Health Projektatlas.

Der Projektatlas ist im Aufbau und entsteht im Rahmen der E-Health Initiative Hessen, welche vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration initiiert wurde. Der Projektatlas soll die vielseitigen Aktivitäten in Hessen zum Thema Telemedizin und E-Health veranschaulichen und einzelne Projekte vorstellen, die mit digitalen Technologien eine Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung anstreben. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration möchte mit dem Atlas Impulse für die weitere Entwicklung und die Nutzung von Telemedizin und E-Health in Hessen geben sowie die Vernetzung der Akteure fördern.

Es können u.a. gute, modellhafte Ansätze in Anwendung, Forschungsprojekte und Initiativen aus Hessen aufgeführt werden zur

  • Verbesserung der Versorgungsqualität und/oder Behebung von Versorgungsdefiziten in Bezug auf den Patientennutzen
  • Verbesserung der Versorgungseffizienz
  • Optimierung der Zusammenarbeit innerhalb und zwischen verschiedenen Versorgungsbereichen, Versorgungseinrichtungen und Berufsgruppen
  • Interdisziplinäre und fachübergreifende Versorgungsmodelle
  • Übertragbarkeit der Erkenntnisse, insbesondere auf andere hessische Regionen oder Indikationen.
www.ehealth-in-hessen.de

Ihr Projektvorschlag

Sie sind an einem laufenden Telemedizin-Projekt in Hessen beteiligt?

Gerne können Sie Ihre Projektvorschläge für den Atlas direkt im Onlineformular eingeben.

www.ehealth-in-hessen.de

Eingetragene Projekte

Epilepsienetz Hessen

Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main, Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt

Frankfurt

Die Diagnose einer Epilepsie erfordert in vielen Fällen eine spezialisierte, neurologische Expertise. Diese ist in Bundesländern wie Hessen häufig nicht flächendeckend verfügbar. Das Epilepsiezentrum an der Universitätsklinik Frankfurt will deshalb die Möglichkeiten der telemedizinischen Beratung von Krankenhäusern und neurologischen Praxen untersuchen. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst haben für die Studie insgesamt 708 Tausend Euro bewilligt.

In Deutschland sind mehr als 800.000 Menschen von Epilepsie betroffen. Oft erhalten die Betroffenen erst nach Jahren die richtige Diagnose und werden anfänglich falsch behandelt. Verspätete Diagnosen und Fehldiagnosen führen zu psychosozialer Belastung und verlängern die Krankheitszeiten. Dabei könnten die Anfälle in zwei Dritteln der Fälle rascher kontrolliert werden, wenn die mittlerweile 30 zur Verfügung stehenden Antiepileptika frühzeitig und richtig eingesetzt würden.

Bislang ist die Epilepsieexpertise in Hessen aber nicht flächendeckend verfügbar. Mit ein Grund dafür ist die im Ländervergleich niedrige Dichte an neurologischen Praxen (Platz 13). Für Epilepsiepatienten ist dies problematisch, weil sie aufgrund der Therapie mit Antiepileptika nicht Auto fahren dürfen. Zudem sind überdurchschnittlich häufig behinderte und alte Menschen von Epilepsie betroffenen. Auch sie sind weniger mobil als andere Patienten und können deshalb die spezialisierten Zentren nicht gut erreichen.

In diesem Projekt ist zunächst geplant, ein telemedizinisches Netzwerk für die Epilepsieversorgung in Hessen zu etablieren. Ziel ist es, die am Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main vorhandene Expertise zunächst mit je fünf bis zehn Kliniken und neurologischen Praxen zu teilen. Das Epilepsiezentrum Marburg möchte sich ebenfalls beteiligen und wird diesbezüglich einen Ergänzungsantrag an die Ministerien stellen. Begleitend wird mit einer Versorgungsforschungsanalyse geprüft, ob sich mit diesem Ansatz verlängerte Krankenhausaufenthalte, Arbeitslosigkeit sowie Frühberentung vermindern lassen und eine bessere Integration am Arbeitsmarkt ermöglicht wird.

Stand: Forschungs- & Entwicklungsprojekt
Projektzeitraum: 22.11.2017 bis 31.12.2020
Gefördert durch: Hessisches Ministerium für Soziales und Integration; Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

Ansprechpartner

Prof. Dr. Felix Rosenow

Leiter
Schleusenweg 2 - 16, 60528 Frankfurt, Germany
+49 69 63017083 epilepsiezentrum@kgu.de

Ziel

Ziel der telemedizinischen Versorgung von Menschen mit Epilepsie ist es, eine spezialisierte Diagnostik und Therapie räumlich unabhängig zur Verfügung zu stellen. Die Differentialdiagnose und individualisierte Therapie epileptischer Syndrome erfordern in vielen Fällen eine spezialisierte, neurologisch-epileptologische bzw. neuropädiatrisch-epileptologische Expertise. Diese ist bundesweit z.B. an zertifizierten Epilepsiezentren vorhanden, in vielen Regionen mit geringer Facharztdichte aber nicht flächendeckend verfügbar. Hinzu kommt, dass Epilepsiepatienten z.B. durch fehlende Fahreignung in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Folgen sind eine verspätete oder verfehlte Diagnosestellung, eine Unter- und Fehlbehandlung; in der Summe also eine therapeutische Lücke, bei deren Schließung telemedizinische Ansätze helfen könnten.

In das Epilepsie-Netz Hessen werden jeweils 5 bis 10 neurologische Praxen und interessierte neurologische Kliniken telemedizinisch eingebunden. Die Konsile werden von Ärzten oder Fachärzten mit besonderer epileptologischer Expertise am Epilepsiezentrum Frankfurt Rhein-Main beantwortet. Im Verlauf, so die Planung, sollen Konsile auch am Epilepsiezentrum Hessen Standort Marburg bearbeitet werden. Nach Einwilligung der Patienten stellt der Konsil-Anfordernde klinische Angaben, MRT- und EEG-Daten sowie, falls vorhanden, Laienvideos von Anfällen zu Verfügung. Auf Basis der Befunde wird das Konsil erstellt, welches der Konsiliarius digital an den Konsil-Anfordernden weiterleitet.

Ergebnis

Die Implementierung und die Folgen der erbrachten Konsile werden im Epilepsienetz Hessen durch eine versorgungsforscherische Begleituntersuchung bezüglich epileptischer Anfälle, Epilepsie, Status epilepticus und Differentialdiagnosen evaluiert. Ziel der Untersuchung ist die Erhebung von Erwartungen und Zufriedenheit seitens der Behandler sowie der Patienten mit den Konsilen. Der Effekt der erbrachten Konsile auf die Diagnosestellung, Therapie und Outcome wird mit bereits evaluierten Fragebögen und Telefoninterviews analysiert.

Vorteile

  • für Patienten:
    • Epilepsieexpertise kann in die Fläche getragen werden.
    • Patienten müssen keine langen Anfahrten für eine Diagnosestellung auf sich nehmen.
    • Der bekannte Hausarzt oder Neurologe ist in den Vorgang involviert.
    • Die Diagnose Epilepsie wird früher gestellt.
    • Mit einer erfolgversprechenden Therapie kann schneller begonnen werden.
  • für Ärzte:
    • Profitieren von der Epilepsiexpertise des Epilepsiezentrums vor Ort.
    • Zeitnaher und unkomplizierter Zugriff auf Expertenwissen.
    • Interaktiver Austausch über den Patienten.
    • Der Patient wird weiter vor Ort gesehen, die Arzt-Patientenbindung wird nicht geschwächt.
  • für sonstige Akteure des Gesundheitswesens:
    • Weniger Krankentransporte
    • Schnellere Diagnose
    • Schnellere Findung einer geeigneten Therapie ohne kostspielige Fehlversuche