02. Okt 2020

Kassenärzte wollen Infektpatienten fernüberwachen

MEDIZIN. Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung plant eine Studie zum Remote Patient Monitoring bei Infektionen. 120 Arztpraxen sollen teilnehmen.

 

Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie wertvoll es sein kann, wenn Patienten mit infektiösen Erkrankungen ambulant und nicht im Krankenhaus versorgt werden. Allerdings ist die ambulante Versorgung von zum Beispiel COVID-19-Patienten mit Infektionsrisiken verbunden, zum einen für das Personal, zum anderen für andere Patienten, die zur selben Zeit in der Praxis sind. Durch Maßnahmen wie Schutzkleidung und separate Sprechstunden lässt sich dieses Risiko zwar reduzieren. Noch eleganter wäre es freilich, wenn unmittelbare und damit potenziell infektiöse Kontakte auf das nötige Minimum beschränkt werden könnten.

In einer wissenschaftlichen Studie will das Zentralinstitut für Kassenärztliche Versorgung (Zi) jetzt in 120 Arztpraxen untersuchen, inwieweit Remote Monitoring Lösungen bei Infektpatienten sinnvoll und sicher eingesetzt werden können – nicht nur aber auch mit Blick auf weitere Wellen der COVID-19-Pandemie. Insgesamt drei verschiedene Remote Monitoring Lösungen sollen evaluiert werden. Über solche Plattformen können Temperatur und andere infektrelevante Parameter übermittelt sowie, etwa per Fragebogen, das persönliche Wohlbefinden und Symptome erfasst werden.

Ziel der Studie ist es, dass KV-seitig Anforderungen für die erfolgreiche Umsetzung von Monitoring-Verfahren formuliert werden können. Auch sollen positive Versorgungseffekte evaluiert und mögliche Ergänzungsbedarfe an bereits existierenden technischen Lösungen beschrieben werden. „Auf dieser Grundlage könnten die Kassenärztlichen Vereinigungen über etwaige partnerschaftliche Weiterentwicklungen oder Empfehlungen verordnungsfähiger digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGAs) entscheiden“, so das Zi in seiner Ankündigung der Studie. Es geht aber nicht nur um die Technik, sondern auch um die Akzeptanz der Fernversorgung an sich: „Noch wissen wir nicht, wie viele Patienten dieser Empfehlung folgen werden und wieviel Beratung notwendig ist. Das soll die Studie zeigen“, so von Stillfried zu E-HEALTH-COM.

In Kooperation mit Redaktion E-HEALTH-COM